Helmut Schmidinger

SHe_FotoKomponist sein ist für mich weniger eine Berufsbezeichnung als viel mehr eine Wertehaltung, die, der Übersetzung des Wortes compositio folgend, das Verbindende über das Trennende stellt.

Hörbar wird das in meinen unterschiedlichen BeziehungsWeisen zur vielfältigen Musiktradition (Streichquartette mit Schubert- und Mozartbezug, Metamorphosen über Joseph Haydn für Violine und Orchester) oder in der variationsreichen Verbindung von Literatur und Musik bei vielen literarischen Zitaten als Titel instrumentaler Werke („Jahrzehnte spiele ich gegen den Stumpfsinn das Cello – aber es ist kein Ende abzusehen“ für Violoncello oder „… schickt sich wahrscheinlich nicht in einem so ernsten Konzert“ für Klaviertrio).

Die Vertonung von Kochrezepten einer Mostsuppe im Liederzyklus „Wo der Bartl den Most holt“ oder einem Gefüllten Gansl im Zyklus Kulinarium Vocale verrät den Ursprung vieler Werke, der in der persönlichen Begegnung mit den Interpreten liegt – am liebsten bei einem Espresso und einer Süßspeise.

Wertvolle Wegweiser für meine künstlerischen „Bergtouren“ waren Gerd Kühr, Hans-Jürgen von Bose und Gerhard Wimberger (Komposition), Arthur Jensen (Oboe) sowie Gertrud Jetschgo und Heinz Walter (Klavier). Der weitere kompositorische Weg entsteht im Dialog mit Interpreten wie Christian Altenburger, Wolfgang Holzmair, Ildikó Raimondi, Dennis Russell Davis oder Krzysztof Penderecki und dem Publikum in Tokyo, New York, Prag, Paris oder Wien bei Festivals wie dem Luzern Festival, den Bregenzer Festspielen, dem Carinthischen Sommer oder dem Brucknerfest Linz.

Besondere Markierungen auf diesem Weg sind der Kulturpreis des Landes Oberösterreich, Förderungspreis der Republik Österreich, Theodor-Körner-Preis und das Staatsstipendium.

Meine Leidenschaft für das Komponieren im Sinne von Zusammenfügen führt mich in logischer Folge auch zum Komponieren von Konzertprogrammen: Als Intendant der Welser Abonnementkonzerte, Leiter der Jeunesse Geschäftsstelle Wels und beim Treffpunkt Neue Musik in Zusammenarbeit mit dem ORF.

Zum Lösen komplexer kompositorischer Knoten trete ich zwischendurch in die Pedale meines Rennrades, das mich vorzugsweise wieder über Bergstraßen führt.